In dieser Rubrik erläutern wir Ihnen einige Fachbegriffe und Abkürzungen, die im Zusammenhang mit den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Handel häufiger genannt werden. Wenn Sie darüber hinaus nach weiteren Begriffserklärungen suchen, besuchen Sie z.B. das Lexikon der Nachhaltigkeit (www.nachhaltigkeit.info).
Agenda 21
Die Agenda 21 ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 179 Staaten auf der „Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen“ in Rio de Janeiro (1992).
Audit
Als Audit werden allgemein Untersuchungsverfahren bezeichnet, die dazu dienen, Prozessabläufe hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien zu bewerten. Heute werden in fast allen Bereichen von Firmen oder Organisationen von Zeit zu Zeit Audits durchgeführt: Finanzwesen, Infor-mationsmanagement, Datenschutz, Produktionsabläufe, Kundenmanagement, Qualitätsmanagement, Umwelt, Management bzw. Führung eines Unter-nehmens/Organisation, Arbeitszufriedenheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc.
Blauer Engel
Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein seit 1978 vergebenes Prüfsiegel/Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.
CSR
Corporate Social Responsibility umschreibt verantwortungsvolles unterneh-merisches Handeln, welches über die eigentliche Geschäftstätigkeit eines Unternehmens hinaus geht.
EMAS
Kurzbezeichnung für Eco-Management and Audit Scheme, auch bekannt als EU-Öko-Audit oder Öko-Audit. EMAS wurde von der Europäischen Union entwickelt und ist ein Gemeinschaftssystem aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Die EMAS-Verordnung (Öko-Audit-Verordnung) misst der Eigen-verantwortung der Wirtschaft bei der Bewältigung ihrer direkten und indirekten Umweltauswirkungen eine entscheidende Rolle zu.
EurepGap
Euro-Retailer Produce Working Group / Good Agricultural Practices; euro-päischer Produktionsstandard, nach dem alle Obst- und Gemüse-Lieferanten etwa bei der Metro zertifiziert sein müssen. EurepGap berücksichtigt Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit, den Arbeitsschutz, den Umweltschutz und den Tierschutz. Der Geltungsbereich soll künftig auch auf den Frischfisch ausgedehnt werden.
Fairer Handel
Als Fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, in dem die Preise für die gehandelten Produkte üblicherweise höher angesetzt sind als der jeweilige Weltmarktpreis. Damit soll den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. In der Produktion sollen internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Die Fairhandelsbewegung konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus so genannten Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden. Fairer Handel umfasst landwirtschaftliche Erzeugnisse (etwa Kaffee und Bananen) ebenso wie Produkte des traditionellen Handwerks und der Industrie und weitet sich zusehends auf neue Bereiche wie den Tourismus aus. Verkauft werden fair gehandelte Produkte in Bio- und Weltläden wie auch in Supermärkten. Mittlerweile werden Produkte aus Fairem Handel auch in Kantinen, Restaurants, Bistros und Bars angeboten.
FSC
Forest Stewardship Council ist ein System zur Zertifizierung von Holz-Produkten. Es wurde zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung gegründet. Die Bewirtschaftungsstandards sollen dabei zu einer sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökonomisch tragfähigen Waldwirtschaft führen. Besondere Unterstützung erhalten Wälder wie der Tropische Regenwald und der Boreale Nadelwald, welche stark gefährdet sind.
GFSI
Global Food Safety Initiative. Die Metro Group hat auf internationaler Ebene bereits im Jahr 2002 mit anderen europäischen Handelskonzernen im Rahmen der Global Food Safety Initiative Schlüsselkriterien entwickelt, um bestehende Qualitätsstandards zur Auditierung von Herstellern und Lieferanten zu vereinheitlichen und zu optimieren. Hieraus ging der International Food Standard (IFS) hervor, der innerhalb der Metro Group weltweit Grundlage für die Qualitätssicherung des Lebensmittelsortimentes ist.
GRI
Die Global Reporting Initiative entwickelt Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte, die von Großunternehmen, aber auch von kleineren Unternehmen, Regierungen und NGOs (nicht-Regierungs-Organisationen) überall in der Welt angewendet werden können.
IFS
International Food Standard. Innerhalb der Metro Group weltweit Grundlage für die Qualitätssicherung des Lebensmittelsortimentes
ISO
Die Internationale Organisation für Normung ist die internationale Vereinigung von Normungsorganisationen und erarbeitet internationale Normen in allen Bereichen mit Ausnahme der Elektrik und der Elektronik
KfW
Die KfW Bankengruppe (früher: Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist u.a. für die Durchführung von Förderprogrammen in Deutschland zuständig.
MSC
Das Marine Stewardship Council ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die ein Umweltsiegel für Fisch aus nachhaltiger Fischerei vergibt. Ziel ist es, die weltweite Überfischung der Meere zu verringern.
Nachhaltigkeit
Nachhaltige Entwicklung ist die übliche Übersetzung des englischen Begriffes => sustainable development (dauerhafte, (tragfähige) Entwicklung). Dieser bezeichnet eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Genera-tion entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Hierauf und auf die moderne Be-deutung von Nachhaltigkeit geht der Artikel nachhaltige Entwicklung näher ein.
Öko-Tex Standard 100
Ein Prüf- und Zertifizierungssystem für Textilien, das die „Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil-ökologie“ (Öko-Tex) vergibt. Es soll dem Käufer zeigen, dass die mit dem Etikett versehenen Textilprodukte Grenzwerte für bestimmte gesundheitsgefährdende Schadstoffe einhalten. In der internationalen Gemeinschaft „Öko-Tex“ sind 17 Prüfinstitute in Europa und Japan mit Vertretungen in mehr als 40 Ländern zusammengeschlossen. Der international einheitliche Kriterienkatalog zur Schadstoffprüfung wird regelmäßig modifiziert und erweitert.
Umweltmanagementsystem
Der Teil eines Managementsystems einer Organisation (Unternehmen, Behörde usw.), in dem die Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, Abläufe und Vorgaben zur Umsetzung der betrieblichen Umweltpolitik der Organisation strukturiert festgelegt sind. Das Umweltmanagementsystem wird in der Regel nach den individuellen Bedürfnissen der Organisation aufgebaut. Hilfestellung beim Aufbau können Vorgaben geben, die bekanntesten sind die Umweltmanagementnorm ISO 14001 oder die EMAS-Verordnung. Diese Vorgaben stellen Mindest-anforderungen an das Umweltmanagementsystem, wie z. B. die schriftliche Festlegung einer betrieblichen Umweltpolitik und von Umweltzielen, die Festlegung von Verantwortlichkeiten für umweltrelevante Aufgaben, die Vorgabe von Abläufen für umweltrelevante Tätigkeiten usw.